Evangelische Kirchengemeinde Wiesbaden-Bierstadt

Aussen ev Kirche 1708

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Gedanken zum Tag


Mittwoch, 8. April 2020

Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
Psalm 51, 14

Eure Traurigkeit soll zur Freude werden.
Joh 16, 20

Einkehr und Umkehr...
Schaffe, in mir Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen beständigen Geist.
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe und mit einem freudigen Geist rüste mich aus. Diese Worte finden sich in Psalm 51, dem vierten Bußpsalm, der in seinem Gesamtaufbau ein Schuldbekenntnis ist. Er hat einen festen Platz in unseren Kirchen und kein geringerer als König David soll diese Verse gesprochen haben, nachdem er einer großen Sünde überführt worden war.

Weltweit deckt die Coronakrise im Moment die Versäumnisse auf, von denen man zwar wusste, sie aber nicht ernst genug genommen hat. Marode Gesundheitssysteme, schlechte Bezahlung in lebensnotwendigen Bereichen, Auslagerung der Produktion von Schutzbekleidung in Drittländer, um nur einige der weltweiten Missstände aufzuzeigen. Die Krise verändert plötzlich Sichtweisen, macht deutlich, dass es spätestens nach Bewältigung des Ärgsten einer Neuausrichtung und eines Umdenkens bedarf. Schuldbekenntnisse sind allerdings nicht in Mode, vielleicht ist dies auch noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Doch an manchen Stellen hat man schon den Eindruck, dass es am Ende eher so sein wird, dass jeder jedem den schwarzen Peter zuschieben möchte und man bemüht ist eine weiße Weste zu bewahren. Es wird also dementiert, retuschiert und kaschiert werden, was die Krise zu Tage gefördert hat. Denn wer hat schon Trost oder gar Vergebung nötig und würde es öffentlich zugeben?
Wer steht noch wie David zu seiner Schuld und zu seiner Vergebungsbedürftigkeit? Schuld, Buße und Umkehr scheinen in unserem gesellschaftlichen Leben keinen Platz mehr zu haben. Die Abschaffung des Buß- und Bettages, auch wenn dies schon lange her ist, scheint nur ein Indiz dafür zu sein, wie es um Einkehr und Umkehr unter uns bestellt ist.

Schaffe in mir Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen beständigen Geist.
Aus Traurigkeit kann Freude werden, denn auch angesichts von schweren Fehlern gibt es eben auch die wichtigen Neuanfänge. Dazu gehört aber auch das Eingeständnis, dass Fehler machen, dass Schuld auf sich zu laden einfach zu unserem Leben gehört.
Und erst wenn wir an dem Punkt sind, an dem wir unsere Fehler eingestehen und ein Umdenken einleiten (bereuen), dürfen wir beten: Schaffe in mir Gott ein reines Herz und gib mir einen neuen beständigen Geist.

Bleiben Sie behütet und in Gott geborgen.
Andreas Luipold